Geschichte: Wie Gleisnost entstand

Bild: Bahnhof Freiburg-LittenweilerBergwärts…

… von Freiburg im Breisgau aus führt eine Bahnlinie, die als eine der steilsten Normalspur-Strecken Europas gilt. Die “Höllentalbahn” bringt ihre Fahrgäste in weniger als einer Stunde vom Rheintal auf die Höhen des Schwarzwalds. Beginnend am Freiburger Hauptbahnhof halten die Züge an Stationen wie “Himmelreich”, “Titisee” oder gar “Aha”. Und auch in Freiburg- Littenweiler.

Es war einmal…

… da gab es endlos viele Pläne, den Bahnhof Littenweiler stillzulegen. Mal war es die ganze Höllentalbahn, mal nur die eine Station, die den Planern irgendwie nicht ins Konzept passte. Schließlich, Ende der 80er, schien der “große Wurf” geglückt: Die DB, damals noch Bundesbahn genannt, wollte diesen Bahnhof für immer schließen. Ein Automat sollte das tun, was man Service nannte: Fahrkarten für den Nahverkehr ausgeben. Fertig. Keine Preistipps, keine Auskunft, keine Reservierung, keine Bahncard, und schon gar nicht ein Platz zum Unterstehen, wenn der Zug mal etwas zu spät kommt.

Keine gute Idee, oder?

Das dachten wir damals auch. Wir gründeten einfach ein Unternehmen, nannten es – angelehnt an einen zu der Zeit modernen politischen Begriff – “GLEISNOST” und füllten eine Idee mit Leben: wenn schon kein staatlicher, dann halt ein privater Bahnhof. Die Gespräche mit der Bahn gestalteten sich überraschend einfach, und am 1. Juni 1989 war es soweit: wir legten los.

5 Jahre später…

Bild: Gleisnost am Stadttheater Freiburg

…der Bahnhof Littenweiler erlebte eine unglaubliche Renaissance, und das Kundenaufkommen war in den bescheidenen Räumlichkeiten kaum mehr zu bewältigen. Um dem abzuhelfen, und um den Kunden “entgegenzukommen”, die aus anderen Stadtteilen, dem Umland und der Innenstadt zu uns kamen, eröffneten wir unser Büro direkt in der Stadtmitte Freiburgs, nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt. An 7 Plätzen bedienen wir die unsere Besucher, an 9 weiteren diejenigen, die telefonische Beratung suchen.

24 Jahre später:

Auch in der Bertoldstrasse wurde es langsam eng, und die Freiburger Bahnfahrer können sich jetzt freuen, dass Gleisnost im April 2013 ein weiteres Büro mit vier Bedienplätzen in der Radstation eröffnet hat. Dort soll eine alte, aber immer wieder gescheiterte Idee endlich mit Leben erfüllt werden: ein Ort, an dem alle Komponenten umweltfreundlicher Mobilität ihre Verknüpfung finden. Gleisnost spiel dabei mit seinem Angebot eine zentrale Rolle.

Und heute:

Mehr als 60 Züge am Tag halten in Littenweiler – jetzt einem der wichtigsten Nahverkehrs-Knoten im Freiburger Osten. Kein Mensch denkt mehr an eine Stilllegung der Höllentalbahn, und dass sie sich mit Automaten-“Service” nicht abspeisen lassen, beweisen täglich hunderte Kunden unseres kleinen Bahnhöfles. Zusammen mit den Büros in der Stadtmitte und in der Radstation sind wir eine der größten privaten Verkaufsstellen der Deutschen Bahn. Rund dreißig Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz in einem Team, das in der Region und darüber hinaus als  DIE  Bahnexperten bekannt ist.